80 Jahre Peter Weidenbrücl

Peter und Stephan WeidenbrückDer Jubilar und Sohn Stephan

Wenn man mit 80 Jahren auf seinen bisherigen Lebensweg zurückblickt und sich die Frage stellt, wie es denn eigentlich dazu gekommen ist, dass man hier und heute genau an diesem Punkt angelangt ist, dann wird man zwangsläufig vermuten, dass es auf diesem Weg viele Zufälle gegeben hat, die zu Abzweigungen und Kreuzungen geführt haben. Und nicht jeder wird, wie Peter Weidenbrück, der genau heute am 12. Dezember 2025 seinen 80sten Geburtstag feiert, von sich behaupten können, dass er Irrwege oder gar Sackgassen auf seinem Lebensweg gemieden hat.

Betrachtet man Peters Wegstrecke aus der Sicht des Akkordeon-Orchesters Müllekoven, dann stellt man fest, dass der Weg doch sehr gradlinig verlaufen ist. Schon als zwölfjähriges Kind war Peter Mitglied des Müllekovener Schulorchesters unter der Leitung des legendären Lehrers Peters. Als aus diesem Schulorchester 1960 das Akkordeon-Orchester Müllekoven entstand, war Peter natürlich auch dabei – wenn auch nicht mit einem Akkordeon, sondern mit der Gitarre – übrigens ebenso wie sein drei Jahre jüngerer Schulkollege Herbert Pax, der als einziges Gründungsmitglied heute noch als aktiven Mitglied im AOM ist.

Zufällig kreuzte dann eine gewisse Hildegard Kirchgesser, die im Mandolinenorchester Sieglar musizierte und auch Gitarre spielte, den Weg des Jubilars. Die Musik war wohl einer von mehreren Gründen, dass man sich näherkam und schließlich heiratete. Aus der glücklichen Ehe gingen vier Söhne hervor, bei denen Peter und Hildegard das musikalische Talent entdeckten und förderten. Musik war ein Baustein der Erziehung: „Meine Frau hat mit den Kindern immer viel Musik gemacht. Ein Hit war ,Wir lagen vor Madagaskar‘, aber auch andere wunderschöne Melodien aus der Mundorgel und bei Reisen mit dem Auto durfte der ,Drummer Boy‘ von Nana Mouskuri nicht fehlen“, so Peter Weidenbrück. „Ich bin sehr froh darüber, dass meine Kinder heute nicht nur beruflich, sondern auch musikalisch erfolgreich sind.“

Auf die Frage,ob es im Hause Weidenbrück regelmäßig gemeinsame Aufführungen gab, antwortet Stephan: „Eine spezielle ,Hausmusik‘ gab es in dem Sinne bei Weidenbrücks nicht, da – sehr zum Leidwesen der gesamten Nachbarschaft – eigentlich immer musiziert wurde. Aber natürlich, wenn heutzutage an Weihnachten die ganze Familie mit vier Kindern, vier Ehefrauen und zwölf Enkelkindern zusammenkommt, wird an solchen Festen immer noch in die Tasten gegriffen. Meinen Vater habe ich bislang aber in der Tat eigentlich sehr selten Gitarrespielen gehört. Das war zu Hause und zu – nennen wir es geselligen Anlässen – immer Aufgabe meiner Mutter.“

Der Vater hat seine Gitarre zwar noch nicht an den berühmten Nagel gehängt, doch die ist inzwischen in Eitorf bei seinem Sohn Marc. „Wenn ich bei dem zu Besuch bin und es wird wieder mal Musik gemacht, dann stimme ich schon mal ein paar Akkorde an. Mehr nicht“.

Und Sohn Stephan Weidenbrück, Orchesterleiter des AOM, erinnert sich: „Mein Vater hat irgendwann seine Schwerpunkte weg von der aktiven Musik hin zum Fußball (Fortuna Müllekoven) und zur Fliegerei gelegt. Aus einem Fliegerclub stammte dann auch unser Klavier, das mein Vater dort abgekauft hat und auf dem mein älterer Bruder Marc und ich angefangen haben zu spielen. Da begann dann auch schon unser schonungsloser Klavierunterricht beim ortsansässigen Organisten und Klavierlehrer, der dann einige Jahre später auch noch unser Nachbar wurde und auch - zusammen mit meinen Eltern - eine heute noch legendäre Weinprobe unseres Orchesters besuchte. Meine Eltern waren schon ,hinterher‘, dass wir unseren Musikunterricht auch ernst nahmen und übten, aber als ,Strenge‘ mit nachhaltigen seelischen Belastungen würde ich das nicht ansehen. Hätten die Eltern unser Talent nicht gefördert und gefordert, wäre ich vermutlich heute weder Dirigent des AOM, noch würde ich einen musikalischen Beruf ausüben.“

Peter und Stephan WeidenbrückPeter Weidenbrück und Herbert Pax, Gründungsmitglieder des AOM

Auch zwei der drei Brüder Stephans haben mit Musik zu tun: „Michael – auch AOM-Mitglied – begeistert die Zuhörer mit seiner Band ,Jod drop´. Marc, der Orgel und Klavier spielt, war auch schon mal kurze Zeit als Basspieler im Orchester und spielt in einer Band in Eitorf.“ Nur Gerald hat das musikalische Talent der Eltern nicht mitbekommen, kompensiert das aber mit einer inaktiven (fördernden) Mitgliedschaft im AOM. Dem gehört Peter Weidenbrück inzwischen nicht nur seit 65 Jahren an, er war auch in den 1990-er Jahren bis 2000 dessen Vorsitzender. 2009 wurde er für sein Engagement mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Und als dem AOM im Jahr 2023 die Vorstandsmitglieder ausgingen und der Kollaps drohte, war er spontan bereit, sich in einem neuen Vorstand als Beisitzer vornehmlich die Interessen der inaktiven Mitglieder zu vertreten.

In den Räumen seiner Firma „Camo4u“ finden seitdem auch die Vorstandssitzungen statt, in denen er nicht nur umsichtig der ruhende Pol ist, sondern dank seines privaten Netzwerks den Vorstandskolleginnen und damit dem Orchester auch in vielen Dingen mit Rat und Tat helfen kann. Auf die Frage, worauf er besonders stolz ist, lautet seine Antwort: „Darauf, dass das AOM auch heute nach 65 Jahren immer noch existiert.“

Lieber Peter, das Akkordeon-Orchesters Müllekoven ist stolz darauf, dich als Mitglied und im Vorstand zu haben. Sein Auftritt morgen in der Mehrzweckhalle zu deinen Ehren kann nur ein kleines Dankeschön für dein Wirken im und für das AOM sein.

Und um noch einmal auf den Anfang dieses Beitrags zurückzukommen: Vielleicht waren es ja doch keine Zufälle, die dich an den heutigen Punkt geführt haben, sondern du hast deinen Weg vorausschauend doch zielstrebig geplant und verfolgt – wer weiß?

Danke!
Dein Akkordeon-Orchester Müllekoven

1964 Konzert in Dernau