Orchester

Das Akkordeonorchester Müllekoven von 1960

Aktuelles aus dem Akkordeonorchester Müllekoven

Herbstkonzert in der Troisdorfer Stadthalle abgesagt

Vorstand des Akkordeonorchesters Müllekoven zog die Reißleine

Nachdem bereits in der ersten Jahreshälfte das Frühjahrskonzert des Akkordeonorchesters Müllekoven (AOM) im Siegburger Stadtmuseum der COVID-19-Pandemie zum Opfer gefallen war, musste jetzt auch das Herbstkonzert in der Troisdorfer Stadthalle abgesagt werden. "Da auch jetzt noch nicht abzusehen ist, ob Ende November die aktuellen Einschränkungen bei den Zuschauerzahlen gelockert werden, haben wir uns schweren Herzens entschlossen, den Vertrag mit dem Management der Halle in gegenseitigem Einverständnis aufzulösen", ließ AOM-Vorsitzender Detlef Erberich die rund 30 aktiven Musiker bei der diesjährigen Hauptversammlung wissen. Diese zwingend erforderliche Absage ist nicht nur für die zahlreichen Freunde des Orchesters, das über ein großes Repertoire von klassischer Musik über Filmmusik und Musicals bis hin zur Popmusik verfügt, bedauerlich, sondern auch für das AOM als Verein. "Wir finanzieren unsere Kosten nur zu einem Teil über die Beiträge der Musiker, ein Großteil der Einnahmen fließt durch die beiden großen Konzerte in jedem Jahr und einige kleinere weitere Auftritte in unsere Kasse", so Kassenführerin Susanne Lunkenheimer.

Um das AOM auch weiterhin auf einer soliden Basis führen zu können, stellte der Vorstand bei der Hauptversammlung den Antrag, die Beiträge zu erhöhen, den die Mitglieder einstimmig annahmen. Einstimmigkeit gab es auch bei den Wahlen der Vorstandsmitglieder: Detlef Erberich (Vorsitzender), Susanne Lunkenkeimer (Kassenführerin), Evelyn Bernard (Geschäftsführerin) und Ulla Badelt wurden wiedergewählt. Die bisher verwaiste Position des Schriftführers übernahm Herbert Bohlscheid.

Wenn auch alle Konzerte in diesem Jahr ausfallen, so geht die Probenarbeit dennoch unverändert weiter, denn zumindest im kommenden Jahr hofft Dirigent Stephan Weidenbrück, mit seinen Orchester wieder auftreten zu können. So wurde für das Frühjahrskonzert in Siegburg bereits jetzt ein Termin (8. Mai 2021) festgelegt. Und da dürfen sich die Zuschauer schon jetzt auf ein ganz besonderes "Schmankerl" freuen: Werner Sträßer, stellvertretender Dirigent des AOM,  hat ein Medlay mit Stücken der Black Föös arrangiert. (hbo) 

aom vorstand 2020

Der aktuelle AOM-Vorstand mit (vorne v.l.:) Kassiererin Ulla Badelt, Geschäftsführerin Evelyn Bernard, Kassenführerin Susanne Lunkenheimer sowie (hinten v.l.:) Schriftführer Herbert Bohlscheid und dem Vorsitzenden Detlef Erberich.

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Probe mit "Echo - cho - o"

hockeyNormalerweise wird hier Hockey gespielt...

Außergewöhnliche Umstände erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Und so nahm AOM-Vorsitzender Detlef Erberich dankbar das Angebot an, die Orchesterprobe nicht ausfallen zu lassen, weil in dem zu kleinen Probenraum in Müllekoven, in dem keine CORONA-bedingten Abstandsregelungen eingehalten werden können, ersatzweise in einer anderen Location stattfinden zu lassen. Und so wurde die alte Sporthalle des KKHT Schwarz-Weiß, in der normalerweise Hockey (2. Bundesliga) gespielt wird zum Kulturtempel umfunktioniert - wobei es dann doch auch etwas sportlich zuging. Doch eigentlich hätte Erberich bei diesem Angebot skeptisch sein müssen, denn "Halle" hat wahrscheinlich irgendwas mit "Hall" zu tun. Wenigstens aber konnten die geforderten Abstände von Minimum 1,5 Metern zwischen den Akkordeonisten leicht eingehalten werden: Man hätte hier sogar ein Symphonieorchester einschließlich einer fünfmanualigen Orgel mit 20-Fuß-Pfeifen problemlos üben lassen können. Erfreulich, dass bis auf vier verhinderte und entschuldigte Akteure niemand fehlte – ja: Es waren sogar alle 22 "Balgdrücker" pünktlich, so dass der Maestro um 19:30 Uhr den Taktstock heben konnte, und das, obwohl der Anfahrtsweg doch recht lang gewesen war und die Halle ziemlich abgelegen lag.

Doch schon beim ersten Stück wurde deutlich, dass da irgendwas nicht stimmte: Die 22 Akteure hörten zwar ihr eigenes Instrument, nicht aber die Akkordeons der anderen und so erreichten alle (als gehe es um einen sportlichen Wettbewerb) zu unterschiedlichen Zeiten den finalen Takt. Schlußlicht (oder muss man von einem Schlusston sprechen) war Rosi, die am weitesten von allen entfernt saß und bei der die sehr gut reflektierten Schallwellen ganz zuletzt eintrafen. Während also kein Spieler die Kollegen hörte, hörte Dirigent Stephan alles, allerdings so durcheinander, dass er (zur Freude der schwächeren Spieler) die Misstöne nicht dem Verursacher zuordnen konnte (Der Autor vertritt in diesem Zusammenhang die Meinung, man sollte künftig immer in dieser Halle spielen). Übrigens – mal abgesehen von Schallwellen, die mal trödeln und mal etwas schneller sind: Sollte eigentlich nicht jeder Musikant den Dirigenten immer im Blick haben, so dass alle zur gleichen Zeit das Ende erreichen, ohne dass sie sich am Tempo der Nachbarn zur Rechten und zur Linken orientieren müssen? Und wahrscheinlich wird auch niemand bestreiten, dass man Stephan den großen Abständen und Entfernungen zum Trotz am vergangenen Montag auch ohne Opernglas immer noch einigermaßen in der Ferne sehen konnte. 

Diskussionen dann in der Halbzeitpause. Schiedsrichter Erberich beorderte die Vertreter der Mannschaften zum Mittelunkt und machte klar, dass die Probe aus dem Ruder zu laufen drohte und stellte für den zweiten Teil die Alternativen zur Auswahl, entweder den Dirigenten oder die gegnerische Mannschaft (sprich 22 Akkordionisten) vom Platz zu stellen. Dazu kam es dann aber nicht mehr, weil die Spieler mehr "Fair play" spielten und "die Räume enger machten" (Standard Trainer-Anweisung, wenn's mal wieder nicht so richtig rund läuft). Und am Ende trennte man sich dann doch friedlich-schiedlich unentschieden. Und anstatt in die Dorfkneipe nach Bergheim zu düsen, genehmigten sich einige Unentwegte in der CologneClubLounge auf dem Vereinsgelände noch ein Kaltgetränk – natürlich alkoholfrei und mit gebührendem An- und Abstand.

Bei allen Unbillen: Andrea Erberich (1. Stimme) brachte es auf den Punkt: "Dass die Akkustik in dieser Halle nicht optimal ist, ist nicht so wichtig. Hauptsache, wir hatten wieder einmal eine gemeinsame Probe." Und Ehemann Detlef ergänzte: "Ein Dankeschön gebührt dem Hockeyverein, der uns die Halle überlassen hat." Gleichwohl will er sich bei längeranhaltenden Hygiene- und Abstandseinschrängungen um eine Eventlocation kümmern, die auch die Gnade (oder besser: das Gehör) des Orchesterleiters findet.  Da kann man sich dann hoffentlich besser und ohne Echo "hören" - "ören" - "en" bei einer Probe ohne "Echo" - "cho" - "o".

hockey2

...manchmal aber auch Akkordeon.

 

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Kölsche Hymne Siegi

Aus "Kölnische Rundschau" vom 15. April 2020

 

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Die Musik in den Zeiten

Fast ein Monat ist es jetzt her, dass uns unser Vorsitzender Detlef Erberich mitgeteilt hat, dass alle Aktivitäten des Akkordeonorchester Müllekoven bis auf Weiteres wegen des Corona-Virus auf Eis gelegt werden müssen. Eine Pandemie war für die meisten von uns zu diesem Zeitpunkt sicher sehr abstrakt, aber möglicherweise hat der eine oder andere im Verwandten- oder Bekanntenkreis jemanden, der sich infiziert hat, oder er ist gar selbst betroffen. Und dann ist das Problem auf einmal real und greifbar nah. Hoffen wir, dass bei allen Einschränkungen alle AOM-Mitglieder und deren Angehörige vom Schlimmsten verschont bleiben.

Dass Corona entschleunigt, haben wir wahrscheinlich alle mehr oder minder schon erfahren. Schlangen beim Einkaufen haben sicher alle in den letzten Wochen erlebt. Kontanteinschränkungen strapazieren eben auch die Geduld. 

Aufkommender Langeweile wird mit Tätigkeiten begegnet, die man bisher lieber vernachlässigt hat: Gartenarbeit, Renovierungstätigkeit, Entrümpel­aktionen. Aber irgendwann ist auch das letzte Fenster geputzt, der Keller tiptop aufgeräumt und im Garten kein Platz mehr für weitere Pflanzen.

Unser  musikalischer Chef Stephan hat uns geraten, die Zeit zu nutzen und zwischendurch immer wieder mal das Akkordeon zur Hand zu nehmen – Notenmaterial ist ja reichlich vorhanden. Und so ist davon auszugehen, dass in den Zeiten von Corona fleißig in den eigenen vier Wänden musiziert wird. Ob das den mehr oder weniger freiwilligen Zuhörern zu Hause immer gefällt, lassen wir mal dahingestellt. Das dürfte vom Können des Akkordeonspielers, vom Notenmaterial und der zu übenden Stimme abhängen. Aber auch wenn das Üben generell allen Spaß macht: Es fehlt doch eine ganze Menge: der kritische Blick des Dirigenten, wenn ein Ton die falsche Stimmzunge erwischt hat, das "Gerne" von Stefan (dem mit Ef), wenn eine Anweisung vom Dirigentenpunkt kommt, die auf Umsetzung drängt, die Diskussionen zwischen Rosi und Stephan (mit PeHa), wo man nach einer Unterbrechung wieder loslegen soll – Takt 136 ist eben nicht bei jedem an der gleichen Stelle. Kurz: Das Üben zu Hause ist ja ganz nett, aber kein Vergleich mit den gemeinsamen Proben.

So können wir nur hoffen, dass der Spuk bald vorbei ist und wir wieder montags zusammenhocken.

BLEIBT GESUND!!! 

 

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Corona-Virus trifft auch AOM hart

Die Corona-Virus-Problematik macht auch dem Akkordeonorchester Müllekoven zu schaffen. So werden bis auf Weiteres die montaglichen Orchesterproben ausgesetzt. Außerdem wurden das Frühjahrskonzert in Siegburg und der Auftritt im Kammermusiksaal Bonn vorsorglich abgesagt.

Auf den 22. Juni 2020 wurde die Mitgliederversammlung verlegt.

Wir bedauern die Konzertabsagen natürlich sehr. Wir wünschen allen Mitgliedern und Freunden des Orchesters, dass sie die nächsten Wochen unbeschadet überstehen und wir bald wieder zur Normalität zurückkehren können.

Detlef Erberich
1. Vorsitzender

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Frühjahrskonzert in Siegburg

Am Samstag, dem 25. April 2020 ist es wieder soweit: Der jährliche Auftritt des Akkordeonorchesters Müllekoven im Siegburger Stadtmuseum am Fuß des Michaelsbergs steht an. Um 20 Uhr stellt das aus fast 30 Musikern bestehende Orchester mit der "besonderen Note" (Dirigent: Stephan Weidenbrück) sein aktuelles Programm mit vielen neuen Arrangements vor. Beginn ist um 20:00 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr). Durch das Programm führt Detlef Erberich.

Der Eintrittspreis beträgt 16 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Schüler und Jugendliche.

 

Karten im Vorverkauf gibt es im Stadtmuseum Siegburg (Di.-Sa. von 10:00-17:00 Uhr, So. von 10:00-18:00 Uhr), oder bei Auto Baedorf (Tel.02241/250200).

Frühjahrskonzert des Akkordeon Orchesters Müllekoven 
 
 

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„Früher war es es nicht so locker“

Gespräch mit dem AOM-Gründungsmitglied Herbert Pax, der das Orchester zwar früh verließ, 2007 aber mit einem „frechen Brief“ ein Comeback feierte.

Herbert PaxEs hat schon einige Zeit gedauert, bis Herbert Pax, Gründungsmitglied des Allordeonorchesters Müllekoven sein Okay gegeben hat: „Ich bin doch nicht wichtig“, „Was kann man schon über mich schreiben“  und „Vielleicht denken die anderen im Orchester, ich wolle mich besonders hervortun.“
Nein, denken sie ganz bestimmt nicht. Und so sitze ich jetzt im gemütlichen Wohnzimmer von Herbert und Sibille Pax. Die Hausherrin bietet selbstgebackene Weihnachtsplätzchen an und Herbert Pax hat zwei Bilder von der Wand genommen, die ihn im Laufe des Abends immer wieder inspirieren: Fotos, die vor langer Zeit aufgenommen wurden. Das eine Foto zeigt das damals ausschließlich aus Jugendlichen bestehende Orchester – es muss irgendwann Mitte der 60er-Jahre aufgenommen worden sein – eine genaue zeitliche Einordnung ist nicht möglich. Das andere Bild wurde später aufgenommen und zeigt Pax mit seiner Band, die erfolgreich Tanzmusik machte und dabei unter anderem auch Engagements beim VfL Gummersbach und dem Messeklub bekam. 1968 war der Stress durch Ingenieurstudium und Band zu groß und das Akkordeon, inzwischen eine Hohner Verdi II m wanderte in den Keller, wo es übrigens auch heute noch steht.

Schulranzen wurde zum Akkordeon
Angefangen hat aber alles mit einem kleinen Akkordeon mit 48 Bässen: Der Volksschullehrer Hans Rudi Peters, der die Müllekovener Kinder unterrichtete, spielte selbst Akkordeon und infizierte eine Reihe seiner Schüler mit dem Akkordeon-Bazillus. Pax erinnert sich: „Ich war damals von dem Remmidemmi im Musikunterricht so begeistert, dass ich meinen Schulranzen statt auf dem Rücken zu tragen vor den Bauch geschnallt habe und auf dem Heimweg rechts und links auf imaginäre Tasten und Knöpfe gedrückt habe“. 
Vater Pax hat sich das nicht allzu lange mit angesehen sondern dachte sich: „Beim nächsten Weihnachten fangen wir mit einem kleinen Akkordeon mit 48 Bässe an.“ Aber auch wenn das Ding klein war, so war es trotzdem nicht billig, zumal die Leute 1957 und damit gerade mal zwölf Jahre nch Kriegsende eigentlich andere Probleme hatten, als  Akkordeons zu kaufen. Gleichwohl: Vater Pax war nicht der einzige, der seinem Sohn ein kleines Instrument und später besagte Hohner Verdi kaufte, so dass Lehrer Peters schon bald ein kleines Ensemble hatte, mit dem er zum Beispiel bei Veranstaltungen des Kirchbauvereins unentgeltlich auftrat. Dessen Honoratioren waren froh, so eine kostenlose Unterstützung bei ihren Bemühungen, Geld für den Kirchenbau zu sammeln, zu bekommen Gespielt wurden zunächst einfache Stücke aus den „Fidelio-Heften für die Grundschule 1 und 2“ in C-Dur.Einzelunterricht gab es bei Peters in einer Müllekovener Halle, früher „kulturelles Zentrum“ des Ortes, heute von einem Gewerbetreibenden genutzt, für zwei D-Mark die Stunde. Gibt es Unterschiede zwischen den Proben heute und den damaligen Übungsstunden? „Das war damals nicht so locker, wie das heute ist. Peters war auch als Dirigent eine Respektperson – der Herr Lehrer eben.“ Allerdings hat man sich als Jugendlicher im pubertären Alter schon mal das eine oder andere herausgenommen, was die Proben störte (Anm. d.Red.: Das soll ja heute bisweilen auch schon mal der Fall sein). Herbert Pax bedauert, dass der Kontakt zu Peters irgendwann abgerissen ist und sein Name allmählich in Vergessenheit geriet: „Der war ein guter Mann.“ 
2020 pax02Als die Gruppe der Akkordeonspieler immer größer wurde, wuchs nicht nur der Schwierigkeitsgrad der Musikstücke, sondern man kam auch aus dem „Dunstkreis“ Müllekovens hinaus und fuhr zum Beispiel mehrfach nach Dernau an der Ahr, wo man gemeinsam mit örtlichen Gesangvereinen auftrat. Der Vater eines Mitspielers, ein Dachdecker, hatte dort eine Jagd und hatte die Verbindung hergestellt. Die gemeinsamen Fahrten mit den Eltern in einem gecharterten Bus waren wirkliche Erlebnisse, „denn damals hatte ja kaum jemand ein Auto,“ erinnert sich Herbert Pax an den beschaulichen Winzerort, den er auch heutzutage noch manchmal besucht. Diese Fahrten sind prägende Kindheitserinnerungen geworden und so ist es kein Wunder, dass er sich wünscht, man würde die 60 Jahre alten Kontakte wieder einmal aufleben lassen.
1960 haben die Eltern der Kinder aus dem Orchester einen gemeinnützigen eingetragenen Verein gemacht. „Die Vereinsgründung ist an uns Jugendlichen aber verbeigegangen,“ so Herbert Pax. „Wir haben nur mitbekommen, dass das was Gutes war, was aus organisatorischen Gründen sein musste.“
Als Herbert Pax gegen Ende der 1980er-Jahre seine Verdi für lange Jahre in den Keller stellte, war das aber nicht das Ende der Verbindung zur Musik, denn er war zu diesem Zeitpunkt ja Mitglied in einer erfolgreichen Band und nicht nur das: Er baute auch drei Wersi-Orgeln, zweimanualig mit Pedal, und machte damit und später mit mit dem Keyboard Musik und brachte auch die Kinder – zumindest für einige Zeit – mit der Musik zusammen: Die Tochter wollte Akkordeon spielen, der Sohn spielte Keyboard, bis er sich einmal den Fuß gebrochen hatte.
2007 hatte Herbert Pax dann Zeit und Muße und er erinnerte sich an sein Akkordeon, an dem der Zahn der Zeit genagt hatte. 900 Euro hätte die Reparatur bei einem Akkordeonbauer in Altenberg gekostet, ein finanzieller Aufwand der sich nicht lohnte. Also kaufte er ein neues Instrument, wenn auch mit Hindernissen, denn zwei Mal kam das neue Akkordeon mit Schäden an: Einmal war es „eingeblötscht“, beim zweiten Mal hatte das Gerät einen Dauerton. Die alte Verdi steht aber auch jetzt noch im Keller. Verkaufen kann man sie ruhigen Gewissens nicht und wegwerfen mag Pax sie nicht – der Nostalgie wegen.

„Frecher Brief“ an den Vorstand
Beim Wiedereintritt in das Akkordeonorchester Müllekoven, in dem er damals wie heute die vierte Stimme spielt, hat sich Herbert Pax zunächst nicht Freunde gemacht, denn er hatte einen „frechen Brief“ an den Vorstand geschrieben, weil dieser („Genaues wusste ich zwar nicht, aber irgendwas war da wohl vorgefallen“) den damaligen Dirigenten Schmitz, der auch ein Streichorchester in Beuel leitete, wohl loswerden wollte. 
Dumm nur, dass er seinen Beschwerdebrief abgeschickt hatte, ohne zuvor auch die andere Seite zu hören. „Ich habe mich dann mit zwei Flaschen Wein beim Vorsitzenden entschuldigt und der hat die Entschuldigung auch angenommen. Im Orchester traf Pax dann allerdings nicht mehr auf Mitspieler aus der Zeit der Orchestergründung. Christa Stiller  und Hans-Jürgen Petrauschke kannte er auch nur deshalb, weil beide ebenso wie er selbst „alte Müllekovener“ waren. Und so ist Pax – ob es ihm recht ist oder nicht – doch etwas Besonderes, nämlich das einzige Gründungsmitglied im Verein.
Inzwischen ist es spät geworden und als ich mich mit ein paar Weihnachtsplätzchen auf den Heimweg machen will, mahnt Herbert Pax noch einmal: „Schreib bitte nicht so über mich, dass die Leute denken, ich wolle mich hervortun“.
(Herbert Bohlscheid)

2020 pax03

Gründungsmitglied Herbert Pax (hintere Reihe Mitte) mit dem AOM-Orchester Mitte der 60er Jahre.

 

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Begeisterte Zuhörer in der Nobilis Seniorenresidenz Troisdorf

AOM begeisterte Senioren der Nobilisresidenz Troisdorf

Blumen für Sponsorin Agatha Warwas
Blumen für die Sponsorin.

Damit hatte Joanna Schmidt nicht gerechnet: „Ich glaube, das Akkor­de­on­or­chester Müllekoven ist seit dem vergangenen Jahr deutlich größer geworden“, meinte die Leiterin der Nobilis-Senior6shy;en­resi6shy;denz in Troisdorf und lag mit ihrer Vermutung richtig: Inzwischen gehören fast 30 Musiker dem Ensemble an und die waren angetreten, um den rund 70 Heimbewohnern des Seniorenheims einen unterhaltsamen Sonntagnachmittag zu gestalten. Flugs suchte Schmidt die letzten brauchbaren Stühle, die mussten natürlich ohne Armlehnen sein, ansonsten hätten die Akkordeonisten den Balg nicht kräftig aufziehen können, und Hocker zusammensuchen. So aber griffen die Akkordeonisten unter der Leitung von Werner Sträßer, der den im Urlaub weilenden Orchesterleiter Stephan Weidenbrück vertrat, kräftig in die Tasten. Dass das Müllekovener Ensemble, das 2020 immerhin schon sein 60jähriges Bestehen feiert, entgegen dem allgemeinen Trend in den letzten Jahren nicht nur die Anzahl der Spieler halten, sondern sogar vergrößern konnte, liegt sicher auch daran, dass das Repertoire nicht nur sehr umfangreich, sondern auch vielseitig ist. Neben volkstümlicher Musik (zum Beispiel Polkas und Stimmungsliedern) gehören auch bekannte Filmmusikstücke (wie Morricone und Hans Zimmer), Medleys aus Musicals (die Schöne und das Biest und Tanz der Vampire) aber erstaunlicherweise auch bekannte Rock- und Pop-Stücke bei den beiden großen Jahreskonzerten im Frühjahr in Siegburg und im Herbst in der Troisdorfer Stadthalle zum jeweiligen Programm. Diesmal allerdings lag der Schwerpunkt des Auftritts – ganz auf das Alter des Publikums abgestimmt – auf der Darbietung bekannter Operettenstücke und Lieder, die die Senioren zum Mitsingen animierten wie zum Beispiel das Wolgalied aus Lehars Operette „Zarewitsch“, diverse Polkas, „La Montanara“ und diversen Stimmungsliedern. Am Ende gab es begeisterten Applaus und natürlich durfte das Müllekovener Orchester erst nach mehreren Zugaben die Instrumente einpacken. „Sie haben unseren Bewohnern mit dieser Musik viel Freude bereitet“, bedankte sich Joanna Schmidt bei Werner Sträßer und bei der Sponsorin, die den unterhaltsamen musikalischen Nachmittag auch diesmal wieder gesponsert hatte und versprach: „Im kommenden Jahr werden wir genügend Stühle vorhalten und uns darauf vorbereiten, dass das Orchester weiter gewachsen ist.“ (aom)

Joanna Schmidt, Leiterin der Seniorenresidenz, begrüßt das AOM
Joanna Schmidt (links), Leiterin der Siniorenresidenz, begrüßt die Senioren und das Akkordeonorchester.
 

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Schöne Bescherung

Lieber Nikolaus,
hochverehrter heiliger Mann,

das war ja am letzten Montag eine schöne Bescherung, die aber doch einige Fragen aufgeworfen hat, über die ich mit dir mal sprechen wollte. Leider konnte ich dich persönlich per Telefon nicht erreichen, wofür ich natürlich vollstes Verständnis habe, denn in diesen Tagen bist du ja bekanntlich sehr im Stress. Also habe ich mir gedacht, ich schicke dir diese Mail.

Zunächst einmal bedanke ich mich herzlich bei dir, weil du ganz offensichtlich dem AOM-Vorstand zu einer Eingebung verholfen hast, die dieser auch aufgenommen und umgesetzt hat. Ich vermute mal: Von alleine wäre dem Führungstrio nie eingefallen, eine Weihnachtsfeier zu veranstalten. Wie dem auch sei: Jedenfalls hat der Vorstand ein Abendessen für uns geordert, das nicht nur reichlich, sondern auch sehr lecker war. Da gibt es nichts zu meckern. Und dass die beiden Neulinge Otti und Trude dir nacheiferten und zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben, indem sie uns eine schöne Weihnachtsgeschichte erzählten und selbstgebastelte Tannenbäume an alle Mitspieler verschenkt haben, ist sicher auch auf deinen Einfluss bei den Damen zurückzuführen. Die Tannenbäume waren übrigens so exakt gearbeitet, dass bei uns am Tisch Zweifel aufkamen, ob sie denn wirklich handgefertigt sind. Bestimmt hattest du, lieber Nikolaus, da deine Finger im Spiel.

Sehr gefreut habe ich mich auch über dein Geschenk, eine Tragetasche für meine Noten. Ich nehme an, die Idee kam dir, als du mich vom Himmel aus mit meiner mit Notenblättern vollgepackten, verschlissenen Aldi-Tüte gesehen hast. Du hast sogar daran gedacht, die Taschen aus ökoligischer, fair gehandelter Baumwolle, geerntet von veganen Pflückerinnen, anfertigen zu lassen. Bei Greta Thunberg dürftest du jetzt ganz hoch im Kurs stehen.

So weit die positiven Dinge.

Allerdings gibt es auch ein paar Dinge, die du unbedingt ändern musst und die ich dir nachfolgend (vertraulich natürlich) mit auf den Weg zurück in den Himmel geben möchte. Da du ja alles weißt, ist dir sicher nicht verborgen geblieben, dass sich hier auf Erden – vor allen Dingen in der EU – inzwischen doch vieles geändert hat. Und da du dein Gewerbe, das Verteilen von Geschenken in Anhängigkeit vom Wohlverhalten der Beschenkten,  ja hier in Europa betreibst, unterliegst du auch dem europäischen Recht – auch wenn du hier keinen festen Wohnsitz hast. So merke denn: Bei uns ist bereits im Mai 2018 (!!!) die Datenschutz-Grundverordnung (DSGV) der EU in Kraft getreten. Und genau gegen diese hast du leider verstoßen. Du hattest ja dein "Goldenes Buch" bei unserer Feier mit, in dem akribisch jede Verfehlung und gute Tat verzeichnet war. Diese Datensammelwut deiner Engelchen ist leider seit eineinhalb Jahren in der EU nicht mehr zulässig. Es dürfen keine personenbezogenen Daten mehr gespeichert werden, so dass ich dich bitten muss, alles (oder zumindest mein Sündenregister) sofort zu löschen. Du kannst froh sein, nicht von gierigen / schmierigen Anwälten mit erheblichen Gebühren diesbezüglich abgemahnt worden zu sein. Auch ist es nicht erlaubt, Daten über andere öffentlich zu verbreiten – wie dies ja am vergangenen Montagabend mehrfach der Fall war. Ich empfehle dir, künftig eine Art Beichtstuhl mitzubringen, in dem du dann jeden Deliquenten einzeln einem hochnotpeinlichen Verhör (siehe hierzu bei WIKIPEDIA: Tortur / Blutgerichtsbarkeit / Inquisition) unterziehst.

Es gab eine schicke Notentasche vom NikolausDer Nikolaus brachte u.a. für jeden eine Notentasche

Ganz schlimm ist es, wenn du als männliches Wesen Damen unseres Orchesters in den Arm nimmst, oder sie ungefragt leicht tätschelst. Das kann bei uns schon als sexuelle Nötigung aufgefasst und geahndet werden (siehe #metoo).  Du musst vorher fragen: "Darf ich dich anfassen?"

Außerdem: Du hast deinen Geschenken auch ein geschlechtsspezifisches Getränk beigelegt – hast du auch daran gedacht, dass es inzwischen ein drittes Geschlecht (Diverses) bei uns gibt? Mir ist zwar nicht bekannt, ob es Personen mit diesem Status in unserem Kreis gibt – aber vorsorglich solltest du das bei deinem nächsten Besuch beachten und ein Mischgetränk mitbringen.

Und ganz zuletzt: Du hast uns Weihnachtslieder im öffentlichen Raum singen lassen. Hast du auch daran gedacht, die Veranstaltung bei der GEMA anzumelden und eine Liste der gesungenen Stücke anzufertigen? Ich sehe schon: Auch da könnte noch einiges auf dich zukommen. Armer heiliger Mann.

Alles in allem war aber dein Besuch in Müllekoven wieder einmal ein supertolles Event, das nicht getoppt werden kann – oder höchstens durch einen weiteren Besuch im nächsten Jahr.

mit freundlichen Grüßen
Dein Herbert

Leider ist dem Nikolaus ein kleines Missgeschick passiert: Unserem Mitspieler Hans-Jürgen ist natürlich sofort aufgefallen, dass der heilige Mann seinen weiten Mantel verkehrt herum (also: auf links) getragen hast. Und dazu hat er das folgende Gedicht ad hoc geschrieben und dem Nikolaus spontan am Montag vorgetragen:

Lieber heiliger Nikolaus,
kommst heute hier zu uns ins Haus.

Wir Kinder hier auf Erden
fragen uns: Wie wird's wohl werden.

In diesen frohen, schönen Tagen
antwortest du auf unsere Fragen.

Doch eine Frage ist noch offen,
auf die Beantwortung wir hoffen:

Heiliger Mann, o heiliger Mann,
Warum hast du deinen Umhang verkehrt rum an?

 

 

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136 Takte "top secret"

Vereinsvorstände wissen es: Um die Mitglieder zu informieren, hat man mehrere Möglichkeiten. Schreib' eine Mail und du wirst sehen, dass darauf etwa 30% reagieren. Etwa 60% erreicht man, wenn man - old-fashioned - einen Brief mit der "Schneckenpost" verschickt. Wenn du jedoch 100% der Mitgliedschaft in kürzester Zeit informieren willst, dann gibt es nur einen Weg: Sag das, was du unters Volk bringen willst, nur einem. Aber sag's unter dem Siegel der Verschwiegenheit. Nichts verbreitet sich schneller und mehr, als ein Geheimnis, das nicht weitergegeben werden soll. So gesehen hatte AOM-Ersatzdirigent Werner Sträßer ein nicht zu unterschätzendes Problem, als er die Idee hatte, den musikalischen Leiter des Orchesters, Stephan Weidenbrück,  anlässlich dessen zehnjährigem Dirigentenjubiläum beim Konzert in der Troisdorfer Stadthalle mit einem Ständchen zu überraschen: Ein Medley mit vielen Arrangements Weidenbrücks in 136 Takten. Das galt es einzustudieren und zwar so, dass zwar alle Mitglieder des Orchesters informiert waren, nur dessen Chef nicht.

Und so mangelte es nicht an Ermahnungen: "Verplappert euch bloß nicht bei Stephan", "Nehmt die Noten ja nicht mit zum Probenwochenende nach Leutesdorf, ihr wisst ja: Stephan hört und sieht alles" und dergleichen Beschwörungen mehr. Aber nicht nur die von Werner Sträßer geschriebenen Noten durften nicht in falsche Hände gelangen, sondern auch die Termine und Orte der Sonderproben nicht, die es auf Stephans Gewohnheiten abzustimmen galt. Wäre doch sehr erklärungsbedürftig gewesen, wenn er an einem Donnerstagabend zu später Stunde zufällig in seinem Wohnort seine Schäfchen mit einer Akkordeontasche auf dem Rücken angetroffen hätte. Aber natürlich mussten die musikalischen Sonderschichten auch mit den Ehepartnern abgesprochen werden, damit selbige nicht auf falsche Gedanken kamen und Böses argwöhnten. Das für schier unmöglich Gehaltene gelang: Alle Eingeweihten hielten dicht und nach der letzten Sonderprobe in Sieglar war klar: Das fleißige Üben hatte sich gelohnt. Und so gab es beim Konzert in Troisdorf nicht nur für Stephan Weidenbrück, sondern auch für die Zuhörer, die so ein kleines Stück Vereinsgeschichte erleben und 136 wohlklingend arrangierte Takte von Stephan Weidenbrücks Arrangements hören durften, eine gelungene Einlage.

Ein herzliches Dankeschön gebührt Werner Sträßer, der nicht nur die tolle Idee hatte, sondern diese auch in die Tat umsetzte, sowie allen Orchestermitgliedern, die frag- und klaglos alles mitgemacht hatten.
DANKE!

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Mitglieder ausgezeichnet

Im Rahmen des Auftritts des Akkordeonorchesters Müllekoven 1960 e.V. in der Troisdorfer Stadthalle zeichnete Vorsitzender Detlef Erberich auch einige Orchestermitglieder für ihre langjährige Zugehörigkeit zum AOM und ihre Vereinstreue aus. Neben Stephan Weidenbrück (zehn Jahre Dirigat) gab es Urkunden und Nadeln des Deutschen Harmonika-Verbandes für 

  • Andrea Erberich (45 Jahre Mitgliedschaft im AOM)
  • Monika Streichardt (30 Jahre Mitgliedschaft im AOM)
  • Andreas Borck (10 Jahre Mitgliedschaft im AOM)
  • Rita Wagner (5 Jahre Mitgliedschaft im AOM)

Für zehn Jahre Vorstandsarbeit wurden Geschäftsführerin Evelyn Bernard und Kassiererin Ulla Badelt geehrt.

 

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Eine Reise von der Halle des Bergkönigs bis zu Morricones "Wildem Westen"

Standing Ovations für Dirigent Stephan Weidenbrück und sein Akkordeonorchester

Das Akkordeonorchester Müllekoven von 1960, (c) Photoshop Schallenberg

28 Musiker in der Stadthalle Troisdorf ließen "die Bude brennen" – Dirigent Stephan Weidenbrück feierte zehnjähriges Jubiläum (Foto: Fotoshop Schallenberg)

Da hatte der Musikrat des Akkordeonorchesters Müllekoven wohl einen guten Riecher: Die Zusammenstellung der Stücke für den diesjährigen Auftritt beim Herbstkonzert in der Troisdorfer Stadthalle kam beim Publikum so gut an, dass es mehrfach "Standing Ovations" gab. Eine bessere Demonstration der Vielfalt eines Akkordeonorchesters ist kaum möglich. Etwas Klassik (Griegs "In der Halle den Bergkönigs"), ein Musical-Highlight ("Die Schöne und das Biest"), ein Comedian Harmonists-Medley und – mal was ganz anderes – ein Stück "jiddische Musik" (Klezmer-Karnival) begeisterten die rund 400 Zuhörer.

2019 trude Schneider
Trude Schneider, Solistin Mundharmonika (Foto hbo)

Im zweiten Teil ging es dann unter anderem mit "A little bit of Queen" und Michael Jacksons "Heal the World" in die Rock-und-Pop-Abteilung, bevor es mit einem Ennio Morricone-Special  (Arrangement Mathias Hennecke)  mit Filmmusik in den "Wilden Westen" ging. Hervorzuheben dabei Trude Schneider, die mit der kleinen Schwester des Akkordeons, der Mundharmonika, das klagende Intro aus dem Film "Spiel mir das Lied vom Tod" erklingen ließ. Den Abschluss machten Paul Ryans "Eloise" und eine Hommage an Ludwig van Beethoven ("Celebration"), kleiner Vorgeschmack auf einen Auftritt im kommenden Jahr (Beethovenjahr) im Bonner Kammermusiksaal.

Rosi Fernandez, Bass-AkkordeonRosi Fernandez, Bass-Akkordeon (Foto hbo)

Die Zuhörer waren begeistert und ließen das Orchester nicht von der Bühne, bevor es einige Zugaben (unter anderem ein Rheinlieder-Potpourri und Brings "Superjeile Zick") gegeben hatte.

AOM-Vorsitzender und Moderator Detlef ErberichAOM-Vorsitzender Detlef Erberich (Foto: hbo)

Vor der Pause kündigte der Vorsitzende des AOM, Detlef Erberich, der gekonnt mit einer humorvollen Moderation durch das Programm führte, eine besondere Überraschung an: "Wir haben mit unserem Stephan Weidenbrück den besten Orchesterleiter, den man sich vorstellen kann und der in diesem Jahr mit zehn Jahren Dirigat ein Jubiläum feiert. Da haben wir uns etwas Besonderes einfallen lassen." In "Top-Secret-Proben" hatte das Orchester ein Medley mit Kurzversionen einiger Weidenbrück-Arrangements geübt, die "Ersatzdirigent" Werner Sträßer zusammengestellt hatte. Dazu gab es ein großes Foto des gesamten Orchesters, das Werner Schallenberg ("Fotoshop Schallenberg") nur zwei Stunden vorher aufgenommen und in seinem Studio geprintet hatte.

Andi Borck
Andreas Borck, Bass- und E-Gitarre, Foto: hbo

Fazit: ein rundum gelungener Auftritt des Akkordeonorchesters Müllekoven, dem man die Spielfreude deutlich anmerkte und das mit zwei Keyboards (Stephan Weidenbrück und Werner Sträßer), Bass- und E-Gitarre (Andreas Borck), Bass-Akkordeon (Rosi Fernandez), Percussion (Siggi Strohmayr) sowie Schlagzeug (Marius Dacko) für einen "fetten Sound" sorgte.

Apropos Musikrat und Programmauswahl: Erberich kündigte schon jetzt an, im kommenden Jahr Wunschlisten auszulegen, in denen das Publikum Stücke auswählen und zu einem Programm für das übernächste Jahr zusammenstellen kann – eine ganz schön clevere Idee des AOM-Vorsitzenden: Kundenbindung nennt man so etwas.

Hier ein kurzer Video-Ausschnitt...

 

 

Programm:

Teil 1:
1980 F (Kurzversion)
A Klezmer Karnival
In der Halle des Bergkönigs
Die Schöne und das Biest
Comedian Harmonists
Radetzkymarsch

Teil 2:
The Muppet Show
Love is in the air
A little bit of Queen
Heal the world
Morricone spezial
Celebration
Eloise

Zugaben:
Wunderschöner Rhein (Medley)
Rock around the clock
Superjeile Zick

 

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Auftritt in schönem Godesberger Ambiente

Zuhörer in Bad Godesberg klatschten schon beim Aufbau

Nicht nur für die Spieler des AOM, die nach und nach im Kurpark in Bad Godesberg eintrudelten, war das traditionelle Open-Air-Konzert an diesem sonnigen Sonntag ein tolles Event. Die Bühne war schon für den Auftritt vorbereitet und die Tische standen für die Zuschauer bereit. Es waren zwar noch 90 Minuten bis zum Beginn, aber alle Tische waren schon besetzt von Zuhörern mit erwartungsvollen Gesichtern besetzt. Und schon als die Spieler ihre Instrumente auf die Bühne brachten, brandete schon Applaus auf: Die Erwartungshaltung war groß.

Es kam sogar soweit, dass der Vorsitzende mit Unterstützung ein, zwei junger Männer noch Stühle und Tische herbeizauberte, damit alle Gäste noch einen Platz im jetzt komplett gefüllten Garten des Palais erhaschen konnten. Die Gäste, die dann kurz vor Beginn eintrafen besorgten sich noch einzelne Stühle oder setzten sich an den Rand des Sees auf Bänke und Steinvorsprünge um den Klängen zu lauschen. Das Konzert begann und die flanierenden Passanten blieben stehen und erfreuten sich an der Musik und nach jedem Stück gab es reichlich Applaus.

In der Pause mischte sich das Orchester unter die Gäste und schnell wurden angenehme Gespräche geführt, bei denen es sogar Anfragen zum Mitspielen und zu unseren Konzerten beantwortet wurden. Nach dem Konzert waren alle zufrieden. Die Zuschauer weil sie einen wunderschönen musikalischen Nachmittag verlebt hatten und das Orchester, weil es bei leichtem Sonnenschein und frischer Luft toll musizieren durften. Und nicht zuletzt der Gastronom, der einen umsatzstarken Nachmittag verbuchen konnte. Kurz eine win-win-Situation für alle, die richtig Spaß gemacht hat. (de)

AOM begeisterte in Bad Godesberg

 

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Herbstkonzert in der Stadthalle Troisdorf

Der musikalische Höhepunkt im Kalender des Akkordeonorchesters Müllekoven ist zweifellos der jährliche Auftritt in der Stadthalle Troisdorf. Traditionsgemäß stellt das Orchester hier auch die von ihm neu eingeübten Stücke vor. "Auch diesmal haben wir ein sehr vielfaltiges Programm zusammengestellt, das mit Sicherheit den Zuhörern gefallen wird. Der Bogen geht von der Klassik über Musical-Melodien bis hin zu Rock und Popp", verspricht Evelyn Bernard, Geschäftsführerin des Orchesters.

Und so darf sich das Publikum am Sonntag, dem 17. November (Beginn 18:00 Uhr, Einlass 17:00 Uhr) nicht nur auf einen Melodienreigen aus dem Musical "Die Schöne und das Biest", auf ein Werk von Edvard Grieg und auf die Kultband Queen freuen. Mit dem bunten Programm wird Stephan Weidenbrück, der in diesem Jahr übrigens ein kleines Jubiläum (zehn Jahre Dirigat) feiert, die Klangvielfalt des Akkordeons und des Orchester, zu dem nicht nur Akkordeonisten, sondern auch Schlagzeug, Percussion E-Bass und Keyboard gehören, zu Gehör bringen.

Karten gibt es im Vorverkauf bei Auto Baedorf, Siegburg (Tel.: 02241/250200) und im Ticket-Shop der Stadthalle Troisdorf und an der Abendkasse. Der Eintrittspreis beträgt 16 Euro (incl. Garderobe).

"Nach den Erfolgen in den vergangenen Jahren und dem gelungenen Frühjahrskonzert in der ersten Jahreshälfte in Siegburg hoffen wir auch diesmal wieder auf eine vollbesetzte Troisdorfer Stadthalle!", so noch einmal die AOM-Vorsitzende.

 

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Tipps für Stephan

Dass bei allem gebotenen Ernst der Spaß nicht zu kurz kommt, wissen die Mitglieder des AOM 1960. Ein weiteres Beispiel sei hier aufgeführt:

Nachdem in der Probe vor 14 Tagen Dirigent Stephan Weidenbrück meinte, er benötige manchmal eine Trillerpfeife, um sich in seinem Orchester Gehör zu verschaffen, hat ein nicht bekannter Scherzbold ihm bei der heutigen Probe einen Umschlag auf's Pult gelegt. Darin nicht - wie Stephan vermutete – die Kündigung, sondern eine Trillerpfeife und einen Satz Schiedsrichterkarten. 

Dazu ein Blatt mit folgendem Gedicht:

Lieber Stephan,

Der Taktstock ist ein Instrument,
das „Dirigentenstab“ man nennt.
Damit kann manchmal es gelingen,
Orchester zum Erfolg zu bringen,

vorausgesetzt ein jeder Mann
passt sich seinem Rhythmus an.
Und wir nehmen‘s ganz genau:
Das gilt hier auch für jede Frau!

Doch gibt‘s Versuche auch bisweilen,
des Taktstocks Tempo zu enteilen.
Weil bei Passagen, die sehr leicht,
schneller man den Schluss erreicht.

Und sind die Stücke etwas schwer
wird mancher Spieler lang-sa--meeeer.
Doch Rhytmus, Tempo nicht allein
sollten „unisono“ sein.

Auch wenn man nicht richtig und exakt,
auf Tasten und auf Knöpfe hackt,
– deren Zahl verwirrend viel
mühsam macht das Akkordeonspiel –,

dann klingt das nicht besonders gut.
Es auch die Ohren schmerzen tut.
Und für solche Schadenfälle
hier ein paar Tipps - so auf die Schnelle:

Den Takt- als Schlagstock dann verwende,
welcher mit Schwung und akkurat
landet auf des Spielers Hände,
der sich im Ton vergriffen hat.

Alternativ sei dir empfohlen, 
Rat im Sportbereich zu holen.
Die Trillerpfeife dann und wann
dir Respekt verschaffen kann.

Mach als Verwarnung aber auch
von „Gelben Karte“ oft Gebrauch.
Nur „Rot“ setz‘ lieber selten ein.
Sonst bist du hier bald ganz allein.

Dein Akkordeonorchester Müllekoven

dirigentenstab

Und natürlich kam denn auch die Pfeife bei der heutigen Probe gleich mehrfach zum Einsatz (Stephan: "Das wird mein Lieblingsinstrument!". Da sage doch einer, unser Dirigent sei nicht lernfähig... 

 

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Ulla war der Star des Abends

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Vielleicht haben Sie ja auch schon vom Hype, der um Sneakers (Altdeutsch: "Turnschuhe") entbrannt ist, gehört. Da soll es Zeitgenossen geben, die diese "Treter", so sie in limitierter Auflage erschienen sind, für einen vierstelligen Eurobetrag kaufen, um sie dann ungenutzt im heimischen Schuhschrank als Kapitalanlage stehen lassen, wobei sie auf eine Wertsteigerung hoffen. So gesehen gehört unsere Ulla, Orchestermitglied der 2b-Stimme, dank ihrer 17 Jahre alten Enkelin Fiona zur Avantgarde der (Turn-)Schuh-Fetischisten. Ihre Enkelin ist eine wahre Künstlerin und so hat sie ihrer Oma Ulla ein Sneakers-Unikat hergestellt, natürlich mit Motiven des Akkordeon-Hobbys von Ulla. Wert: unbezahlbar, da einmalig!

Und so war Ulla, die nicht nur auf Schusters Rappen, sondern auch mit ihrem roten Flitzer ganz schön flott unterwegs ist, bei der gestrigen Probe der Star des Abends: Es gab viele "Ahhhs" und "Ohhhs" und bewundernde Blicke auf die exklusiv verpackten Füße und natürlich Fragen über Fragen, ob und wo man die Dinger denn kaufen könne, und ob das nicht ein modisches Accessoire sei, das einfach zum Outfit des Akkordeonorchesters bei Auftritten gehören müsse. Allerdings ist da zu bedenken, dass die Blicke der Zuhörer weniger auf Füße und Schuhe gerichtet sind, sondern auf die Finger.

Aber vielleicht fertigt Fiona ja auch demnächst Handschuhe mit Akkordeon-Motiven....

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Auftritt in Mondorf: Josef & Co mussten kräftig "am Rehme trecke"

"Ich kann alles", war Werners Statement nach dem Kurzauftritt in Niederkassel-Mondorf aus Anlass des Geburtstags von Mitspielerin Claudia. Na gut: Ganz so hat Werner das nicht gesagt und schon gar nicht gemeint – allenfalls bezog er das darauf, dass er gleichzeitig dirigieren, den Ausblick auf den Rhein mit den vorbeifahrenden Schiffen genießen sowie die einzelnen Stimmen hören konnte. Will heißen der Maestro, der den im Urlaub weilenden "Chefdirigenten" Stephan Weidenbrück würdig vertrat, ist multitaskingfähig (sind sonst meist nur Frauen, die gleichzeitig links nach der Wäsche und rechts nacht den Klammern schauen können). Und er hatte wieder einmal den richtigen Standpunkt. Wobei man allerdings feststellen muss, dass es "andersrum" – also Gesicht zum Publikum mit einem Orchester, das mit dem Rücken zu den Zuhörern die vorbeifahrenden Kreuzfahrtschiffe beschallt – nicht wirklich ein erfolgreicher Auftritt gewesen wäre. 

Urlaubszeit und Wochentag waren zwei Gründe dafür, dass das AOM Müllekoven  (diesmal auf Wunsch der Gastgeberin nicht in "Arbeitskleidung" sondern in roten und weißen Farben) nicht in vollen Besetzung antreten konnte und da das Ganze im Freien stattfand und der Wind nicht nur ein paar Notenblätter und Töne wegzutragen drohte, gab es die Anweisung an Josef, der als Alleinunterhalter die vierte Stimme repräsentierte, die Anweisung, in Abwandlung von "Ajuja" "Treck ens dran, treck ens dran - treck ens dran am Rehme, also den Balg kräftig zu ziehen und zu drücken. Und das ließ sich der so Angespornte nicht zweimal sagen. In der 2b fehlten unter anderem die "musikalischen Stützstrümpfe" Tatjana und Werner, der (siehe oben) den Taktstock schwang. Und so musste es da die liebe Ulla alleine richten.  Da waren die erste und dritte Stimme schon etwas besser dran. Dass Geburtstagskind Claudia "aus gegebenem Anlass" dienstfrei war, versteht sich von selbst. Percussion und Schlagzeug waren besetzt, während in der Bassabteilung Rosi in Abwesenheit von Andi den Verstärker strapazieren musste. Dass sich alle richtig ins Zeug legten und der Sound bei den Gästen der Mondi Beach Bar in des Wortes wahrstem Sinne ankam, wurde spätestens deutlich, als alle bei "Rut sin de Ruse" mitsangen.

Am Ende gab es starken Applaus, so dass sich das AOM zu zwei Zugaben erweichen ließ. Und auch das Geburtstagskind war über das Ständchen der Kolleginnen und Kollegen hocherfreut und ließ sich nicht lumpen, so dass man bei einem "kühlen Blonden" noch eine ganze Weile zusammenstand und den Auftritt ausklingen ließ.

(Fotos: Erberich)

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Schweißtreibende Arbeit im Curanum Sieglar

Beim Sommerfest des Seniorenheims Curanum Sieglar kamen Dirigent Stephan Weidenbrück und sein Team ganz schön ins Schwitzen, was allerdings ausschließlich an den Temperaturen des Hitzerekords an diesem Sonntag lag. Eine Stunde lang wurden die Senioren auf eine musikalische Reise mitgenommen. Und die ging nicht nur quer durch Deutschland, sondern durch ganz Europa und sogar kurz nach Argentinien. Stücke wie "Schiff ahoi", das Medley "Wunderschöner Rhein", das Lied der Berge "La Montanara" oder "Eviva Espania" und "Tango Cabana" und einige mehr fanden ebenso Anklang wie Stücke zum Mitsingen (Rut sin de Ruse".

Wenn es das perfekte Beispiel von Effiziez gibt: Die Bühne im Curanum war ein solches. Sie war so groß, dass alle Mitspieler so gerade noch einen Platz auf dem Podest fanden, das aber auch nicht einen Quadratzentimeter hätte kleiner sein dürfen.

Die Wartezeit bis zum Auftritt verkürzte Chef Detlef Erberich damit, dass er eine Runde Tombola-Lose für alle anwesenden AOM-Mitglieder spendierte. Auf die Frage nach dem Hauptpreis meinte ein Scherzbold "Ein Platz mit Frübucherrabatt im Curanum".

2019 Curanum PlakatErstmals wieder mit dabei war Schlagzeuger Marius, der mit dem Kollegen Siggi die wohl schweißtreibendste Arbeit hatte: das Schlagzeug zu transportieren und auf- und abzubauen. Da ist der durch das Gewicht seines Instruments geplagte "Normale homo ludens Akkordionum" in gewisser Weise erleichtert: Es hätte ihn bei der Wahl eines Instruments wahrlich schlimmer treffen können.

2019: Auftritt im Curanum Sieglar

 

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Ein "Gute-Laune-Macher"

"Spaßvogel" schmuggelte alkoholisches Warmgetränk in die Probe

2019 Auftritt Bergheim
Auftritt des AOM beim Pfarrfest 2019 in Troisdorf-Bergheim

Stephan Weidenbrück: Wo kommt das Bier her=Vielleicht mal an dieser Stelle eine Geschichte für all diejenigen Akkordeonisten, die eigentlich gerne mal bei uns im Orchester mitspielen wollen, aber sich nicht trauen, weil sie befürchten, dass das Niveau zu hoch ist und es vor lauter Ernsthaftigkeit bei uns sehr trocken zugeht. Ist aber wirklich nicht der Fall, wie gerade diese Geschichte um und mit einer Flasche Bier zeigt. Aber wie jede gute Geschichte hat auch diese eine Vorgeschichte und damit fangen wir am Besten an:

Also: Am vergangenen Sonntagnachmittag hatte das Akkordeonorchester Müllekoven gleich zwei Auftritte. Zunächst ging es zum Klosterfest in Sankt Augustin zu den Steyler Missonaren. Tausende Menschen. Sommerliche Temperaturen und erst mal Durst, den der Vorsitzende Detlef mit einer Lage alkoholfreier Getränke für alle Orchestermitglieder löschte. Nach dem gelungenen Auftritt ging es sofort weiter zum Pfarrfest nach Bergheim, wo die Zuhörerschar zwar etwas kleiner, der Durst dafür aber inzwischen um so größer war. 

Da traf es sich gut, dass der Veranstalter – sozusagen als "Vorschusslorbeeren" – einen Kranz Bier vorbeibrachte. "Wenn er ein Bier bekommt, dann ist die Laune unseres Dirigenten Stephan gleich viel besser", flüsterte ein Spieler der zweiten Stimme seinem Nachbarn zu, um gleich hinterher mit einem "Ach nichts" abzuwiegeln, als der Orchesterleiter wissen wollte, was es denn da zu tuscheln gab. Soweit die Vorgeschichte.

Am darauffolgenden Montag war wie immer Probe in der Mehrzweckhalle Troisdorf. Dort steht normalerweise, wenn Dirigent Stephan zu seinem Notenpult schreitet, für ihn ein gefüllter Eierkarton bereit. Warum das so ist, entzieht sich der Kenntnis des Autors. Da der Karton aber von seinem Schwiegervater Hans Dieter mitgebracht wird, liegt die Vermutung nahe, dass es ein bei der Frage der Mitgift für Stephans bessere Hälfte ausgehandeltes Deputat ist. Vielleicht ist es aber auch eine aus steuerlichen Gründen verdeckte Honorarzahlung. Wie dem auch sei: Diesmal fehlten die Eier wie auch der Schwiegervater. Statt dessen wunderte sich Dirigent Stephan, dass neben seinem Notenpult eine Flasche Kölsch stand, drapiert mit einer Schleife in der Vereinsfarbe blau und einem aufgeklebten Etikett. Die Aufschrift des Möchtegern-Poeten:

"Damit er gute Laune hat,
bekommt der Maestro hier,
als Deputat
zum Dirigat
'ne volle Flasche Bier". (selbiges war allerdings leider warm).

 Natürlich wollte der solchermaßen beschenkte Maestro wissen, wer denn der Spender des alkoholhaltigen "Warmgetränks" sei, aber es meldete sich niemand. Vielleicht war's der Schwiegervater (obwohl der ja bei der Probe nicht anwesend war), vielleicht der Spieler der zweiten Stimme, der den Zusammenhang zwischen Bier und guter Laune des Chefs als Erster registriert hatte. Wie dem auch sei: Das Deputat zeigte Wirkung: Immer wenn bei einem Stück von den Spielern gar zu frei improvisiert wurde, reichte dem Chef schon der Blick auf die Flasche, um seine Miene deutlich sichtbar aufzuhellen. Angeblich kursiert jetzt in der Spielerschar eine Liste, wer wann reihum dran ist, bei künftigen Proben eine Flasche Kölsch mitzubringen. Doch nichts Genaues weiß man nicht.

Da denn: Prost!

 
 

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Orchesterprobe mit versiertem Kritiker:

The Muppet Theme:
Da riss es selbst Kermit vom Hocker

Kermit bei der Orchesterprobe des AOM

Zeig mir dein Kuscheltier und ich sage dir wer du bist: Dirigent Stephan Weidenbrück hatte ihn extra aus der Mottenkiste ausgegraben, um ihn mit zur Orchesterprobe in die Mehrzweckhalle Müllekoven zu bringen und sein fachmännisches Urteil über das neu ins Repertoire aufgenommene Stück "The Muppet Theme" zu hören: Kermit der Frosch weiß schließlich am Besten, wie die Erkennungsmelodie klingen muss — und er hat das, was wohl außer seinem taktstockschwingenden Eigentümer nur wenige haben: das absolute Gehör. Und so waren nicht nur der Dirigent, sondern auch die Akkordeonspieler gespannt auf seine Kritik.

Kaum waren die ersten Takte erklungen, da haute es die grüne Handpuppe mit der markanten Stimme vom Hocker, beziehungsweise vom Koffer des Dirigenten, auf den dieser ihn platziert hatte. Nicht ganz klar war allerdings, ob  Begeisterung über das Dargebotene die Ursache für Kermits (Ab-)Sturz war oder ob es ihn zu sehr geschüttelt hat. Auf jeden Fall hatte es dem Frosch erst mal die Stimme verschlagen – und das will bei Kermit schon was heißen.

Also Versuch Nummer zwei: Diesmal schlug sich das Frotteemonster die Hände (oder wie heißen die Pfoten bei Fröschen?) vor's Gesicht. Die Deutung dieser Geste fiel unterschiedlich aus: Während der Dirigent Stein und Bein schwor, dass sich darin ein Ausdruck des Entsetzens widerspiegele, waren die Akkordeonisten der Auffassung, dass Frösche auf diese Art ihre Begeisterung  zeigen.

Erst bei Versuch Nummer drei waren alle – Kermit eingeschlossen – zufrieden, oder – wie Stephan Weidenbrück es ausdrückte – "Das kriegen wir bis zum Auftritt hin!"
Na denn!

(Foto: sw / Text: hbo)

 
 

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Wir suchen immer . . . 

Mitspieler für unser Orchester. Wenn Sie daran interessiert sind, mit uns zu musizieren, dann wenden Sie sich bitte über das Kontaktformular an den Vorstand des Akkordeonorchesters Müllekoven. Aktuell benötigen wir besonders eine(n) Keyboard-Spieler(in). Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme.
 

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Frühjahrskonzert in Siegburg

Bunter Melodienstrauß:
Musikrat hatte das richtige Händchen

Percussion-Man Siggi – wie immer gut drauf
 
   "Ich war zum ersten Mal bei einem Akkordeonkonzert, weil Rita eine Bekannte, die mitgespielt hat, mich eingeladen hat", sprudelte es aus einer Zuhörerin heraus, kaum dass der letzte Akkord des Frühlingskonzerts verklungen war, und versicherte "Das hat mir so gut gefallen, dass ich beim Herbstkonzert auf jeden Fall auch wieder dabei bin. Das müsste das Fernsehen mal zeigen und nicht den Quatsch, der normalerweise abends gesendet wird!" Bei aller Begeisterung, die der Auftritt des Akkordeonorchesters Müllekoven bei den Zuhörern im ausverkauften Siegburger Stadtmuseum hervorrief: Aus der Sache mit dem Fernsehen wird wohl nichts. Bei den "Freien" im Nachtprogramm zwischen eindeutig zweideutigen Werbeblöcken aufzuspielen passt nicht unbedingt zum Image des AOM. Und auch mit den Öffentlich-Rechtlichen wird es wohl kaum einen Deal geben: Die ARD hat sich einem Sparzwang unterworfen und die Mainzelmännchen halten es inhaltlich mehr mit "Humba-Humba-Täterä", was wiederum nicht zum Repertoire der Spielerschar von Dirigent Stephan Weidenbrück passt.

Aber im Ernst: Die zweifellos vorhandene Begeisterung der Zuhörer ist eine Sache. Wichtiger ist den Spielern allerdings das Urteil des Dirigenten und da reicht es schon, wenn er – wie diesmal – bei der Nachbesprechung feststellt: "Ich bin zufrieden", denn im Gegensatz zum Publikum, das den einen oder anderen Patzer zwangsläufig nicht bemerkt, weil es von der Vielfalt des Programms und dem Klangvolumen überrascht ist, hört er jeden Patzer und das bedeutet dann in der Regel Arbeit für den "Toningenieur" des Orchesters, Werner Sträßer, der das Konzert aufzeichnet und später auf CD brennen wird. Lob gab es auch vom Orchestervorsitzenden Detlef Erberich, der allerdings selbst mit seiner Moderation zum Gelingen beigetrug. Diesmal saßen mit Schlagzeuger Marius Dacko und der auf die dritte Stimme abonnierten Susanne Lunkenheimer auch zwei Mitspieler krankheitsbedingt statt auf der Bühne auf den Zuschauerplätzen und die waren positiv überrascht: "Wenn man im Orchester sitzt, meint man manchmal, Bass oder Schlagzeug sind zu laut, oder man konzentriert sein Hörvermögen auf das eigene Instrument. Aber wenn man vor der Bühne sitzt, dann hört man: Das alles ist stimmig und passt".

Vielfalt und Abwechselung auch bei der Auswahl der Stücke:  Der Musikrat des Orchesters hatte wieder mal das "richtige Händchen": Modernes und Klassik, schnelle und langsame Stücke im Wechsel waren die richtige Mischung: Ein bunter Strauß an Melodien, so dass das einhellige Fazit lautet: "Siegburg war wieder einmal ein Wucht!"

Das Programm:
1. Eye of the tiger
2. Carmina Burana
3. Liber Tango
4. Hans Zummer in Concert
5. Comedian Harmonists
6. Über den Wolken
7. Wunderschöner Rhein
(Pause)
8. Radetzky Marsch
9. Italo Pop Hits
10. Heal the world
11. A little bit of Queen
12. Eloise
13. Rock around the Clock

 

2019 04 07 orchesteri
Foto: Anne Axler

 
 

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